|
Gütersloh. "Meine Frau wollte mal wissen, wie es ist einen Prinzen zu
küssen", sagte Ralf Settertobulte. Ein nachvollziehbares Motiv, aber
sicherlich nicht der Hauptgrund warum der 50-jährige Bankkaufmann in
diesem Jahr nicht nur als Trunkenbold "Hacho" in der Bütt auftrat,
sondern auch gemeinsam mit Ehefrau Marlies als neues Prinzenpaar des
Kattenstrother Karneval Clubs (KKC) durch die 57. Prunksitzung in der
Stadthalle führte.

Der Prinz als Trunkenbold: Ralf Settertobulte alias "Hacho"
lästerte humorvoll in der Bütt.
Schon lange hatten sie den Wunsch, einmal als "Ihre Tollität und Ihre
Lieblichkeit" von der Bühne ins Publikum zu "helauen". Im Jahr ihrer
Silberhochzeit erfüllte sich nun dieser Traum, und die beiden sorgten
bestens gelaunt und ausgestattet mit einem vierstündigen Programm voller
Abwechslung und Humor dafür, dass die Gäste voll auf ihre Kosten kamen.
Vor allem das Travestie Duo Mandy la Desh und Cherry Moon, welches
kurzfristig durch den krankheitsbedingten Ausfall des Ruhrpott-Originals
Matta von Schibulsky eingesprungen war, sorgte mit schillernden Kostümen
und Publikumsnähe für einen der Höhepunkte des Abends.
Die beiden Männer in Frauenkleidung, bezüglich Körperfülle noch
ungleicher als Dick und Doof, versprühten mit ihren bunten Kostümen
einen Hauch von Karneval in Rio. "Ich wiege 180 Kilogramm, Dich könnte
man hingegen, wenn Du einen dritten Bauchnabel hättest, als lebendige
Blockflöte nutzen", schmetterte Cherry Moon bissig einem deutlich
leichteren Publikumsgast entgegen.
"Du warst heute ja extra noch beim Frisör", bekam Prinzessin Marlies zu
hören. "Bist aber wohl nicht drangekommen", ergänzte Cherry Moon. Die
beiden Travestiekünstler überzeugten und suchten die Nähe zum Publikum,
wie auch Oliver Jabs auf ugnerwöhnliche Weise erfuhr: Mandy la Desh
legte ihm eine weiße Pythonschlange um den Halse, während sie ihre
Nummer als Feuerspuckerin absolvierte.
|
Für beeindruckende Showeffekte sorgten aber auch die Mitglieder des KKC.
Die zwölf jüngsten Närrinnen tanzten unter dem Namen "Die Schlümpfe" als
Schafe verkleidet über die Bühne, und auch die neue Prinzengarde schwang
ebenso das Tanzbein wie "Die Traumtänzer", die in Piratenkostümen und
zur Musik der Filmreihe "Fluch der Karibik" die Stadthallenbühne
enterten. Noch rasanter ging es bei den "Lümmels" zu. Die zehn Damen
tanzten zur Musik von Abba und in glitzernden 70-er-Jahre-Anzügen und
sorgten für Disco-Feeling in der Stadthalle.
Akrobatische Höchstleistungen zeigten die "Maschi-Mäuschen" und
Solo-Tanzmariechen Laura Brüggemann. "Ein Solo-Mariechen, das es mit den
Karnevalshochburgen Düsseldorf und Köln aufnehmen kann", lobte
Sitzungspräsident Holger Horenkamp, nachdem Laura Brüggemann in diesem
Jahr zum dritten Mal mit Pirouetten, Radschlägen und Spagaten im Gepäck
das Publikum beeindruckte.

| Travestie-Duo: Mandy la
Desh und Cherry Moon (Bild links) waren erstklassiger Ersatz. |
Fluch der Karibik: Die
"Traumtänzer" in einer Piratenshow |
Für den Humor sorgte bei der Punktsitzung vor allem die Familie
Settertobulte. Während die Söhne des Prinzenpaares, der 20-jährige
Christian und der vier Jahre jüngere Stefan, bereits zum vierten Mal
gemeinsam für jede Menge Spaß sorgten, stand Vater und Narrenregent Ralf
Setter erneut als Trunkenbold Hacho in der Bütt. Ziel seiner Pointen
waren mal wieder seine Frau Thea und das Alltagsleben in der Stadt.
Mit einem großen Finale endete um kurz vor Mitternacht das offizielle
Programm der Prunksitzung. Ein Ende der guten Laune war da jedoch noch
lange nicht in Sicht. Es wurde bis zum frühen Morgen geschunkelt.
Weitere Berichte der Presse:
Die Glocke -
mehr
Westfalen Blatt - mehr
Die Bilder
der Prunksitzung gibt es in der Bildergalerie / Impressionen -
mehr
Oder aber auch die Bilder der Presse:
Die Glocke Bildergalerie-
mehr
Neue Westfälische Bildergalerie-
mehr |